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Don Juan vs. Casanova

Giacomo Casanova gemalt von seinem Bruder Francesco Casanova

Es gibt zwei historische Vorbilder, um einen Mann als Frauenheld zu titulieren: Don Juan und Casanova. Don Juan, ein spanischer Edelmann, soll angeblich um 1350 am Hofe des kastilischen Königs Peter gelebt haben, ist aber mehr eine literarische Figur, als authentische Persönlichkeit. Bis heute greifen Künstler gerne in ihren Werken direkt auf die Gestalt des Don Juan zurück unter ihnen etwa solch unsterbliche Namen wie Mozart, Strauß, Dumas, Hugo und Hoffmann bis hin zur Hollywood-Adaption des Don Juan de Marco mit Johnny Depp in der Hauptrolle.
Im Gegensatz dazu steht Casanova dessen Existenz nicht nur verbürgt ist, sondern der seine Memoiren in mehr als einem duzend Bände selbst verfaßt hat. Dieses 5.000 Seiten starke Monumentalwerk, geschrieben am Ende seines Lebens auf Schloß Dux, gibt neben Casanovas erotischen Erlebnissen ein genaues Sittenbild des 18. Jahrhunderts wieder. Casanova lernte Zeitgenossen wie Voltaire und Rousseau kennen, führte in Frankreich die staatliche Lotterie ein und bis heute berühmt ist seine spektakuläre Flucht aus den Bleikammern Venedigs. Zwischen Don Juan und Casanova liegen vierhundert Jahre europäische Geschichte und beider Antrieb und Leben war mehr, als unterschiedlich. Dennoch eint beide, daß sie außerordentliche Verführer waren und unzählige Frauen verführten.
Was sie aber unabhängig von ihren Jahrhunderten trennt, ist die unterschiedliche Philosophie im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, denn beide treibt jeweils ein anderer Konflikt und eine andere Sehnsucht an.
Don Juan ist ein sexueller Wüstling, der Frauen nachstellt, sie erobert, wenn nötig, dafür ein Verbrechen begeht und sich ihrer entledigt, wenn er sein Ziel erreicht hat. Auch Casanova lügt oder greift zu gewissen Tricks, um an das Ziel seiner Wünsche zu gelangen und auch er trennt sich von seiner Geliebten und doch ist sein Image um ein vielfaches positiver, als das von Don Juan. Don Juan ereilt als Figur in der spanischen Literatur immer der Tod als gerechte Strafe für seine Verbrechen an den Menschen und es stellt sich die Frage, warum? Warum ist es für eine Frau schlimmer von Don Juan verlassen zu werden, als von Casanova? Die Antwort liegt darin begründet, warum beide Frauenhelden sind und woher die Sucht kommt, mit immer neuen Frauen zu schlafen. Don Juan wird von den Frauen weniger in seiner Eigenschaft als großer Liebhaber geliebt, denn als Wunschbild der großen Liebe. Denn Don Juan macht eine Frau nicht nur glauben, daß er sie liebt, sondern er glaubt es selbst bis just zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich ihm hingibt und sich auf diese Weise in die lange Schlange seiner Eroberungen einreiht. Das ist die Katastrophe für seine Liebe, denn jetzt ist sie nichts besonderes, außergewöhnliches mehr. Die Zerstörung der Beziehung und somit auch der Frau ist so folgerichtig wie fatal, denn sie kann nicht begreifen, daß er durch den Umstand, von ihr glücklich gemacht worden zu sein, unglücklich wird.

 

Jonny Depp in der Rolle des Don Juan deMarco

Vielleicht begreift sie das Paradoxe dieses Umstandes noch nicht einmal, denn es ist fraglich, ob er es selbst nachvollziehen kann. Fakt ist, das Don Juan im tiefsten seiner Seele nach einer Frau sucht die ihm ebenbürtig ist. Nach einer Carmen, nach einem Weib, daß ihn ins Verderben stürzt. Eine Frau, die ihn Leiden läßt und nicht umgekehrt. Eine Kunst, die nicht leicht zu beherrschen ist, denn ein Mann, auch ein Don Juan, läßt bei zu gut gespieltem Desinteresse von einer Frau auch wieder ab, und so gelingt es keiner, ihn an sich zu binden
Eine Frau muß es schaffen, wenn sie Don Juan von diesem Fluch befreien will, daß er um den Preis des Beischlafes eine Beziehung zu ihr aufbaut, aus der es kein Entrinnen für ihn gibt. Dann wäre der Bann gebrochen. Ein Glück, daß dem Herzensbrecher nicht beschieden war und der von seinem Leiden nur durch den Tod erlöst wurde.
Im übrigen gab es in einem ähnlich gelagerten Fall durchaus ein glückliches Ende.
Der Sage nach entstand die Geschichtensammlung Märchen aus tausendundeiner Nacht aus einer Not heraus. Die Tochter des Großwesirs Scheherezade wird mit dem Sultan verheiratet, der die Angewohnheit besitzt, jede ihm angetraute Frau am Morgen nach der Hochzeitsnacht hinrichten zu lassen - Don Juan hätte seine wahre Freude gehabt. Scheherezade gelingt es jedoch, die Hinrichtung immer wieder auf zu schieben, da sie dem König jeden Abend ein Märchen erzählt und an der spannendsten Stelle aufhört. Nach tausend und einer Nacht hat sie dem Sultan drei Kinder geboren und dieser wiederum hat seine Meisterin gefunden.
Was Casanova betrifft, liegen die Dinge anders. Casanova sucht keine Frau fürs Leben, sondern den Moment des Genusses. Er möchte eine Frau verführen, sie umgarnen, spüren, wie sie sich Schritt für Schritt auf sein Werben einläßt, bis er mit ihr die höchsten Wonnen teilt. Casanova verehrt die Frauen insgesamt und kann sich für eine Affäre derart begeistern, daß er wirklich glaubt, seine Angebete zu lieben und im tiefsten Herzen weiß diese auch um diesen Trugschluß. Natürlich möchte sie vom Chevalier de Seingalt, wie Casanova auch heißt, geliebt werden, aber eigentlich wissen beide, das ihre Affäre keine Zukunft hat. Dazu führt Casanova ein zu unstetes und finanziell zu unsicheres Leben, als das er eine Familie gründen könnte. Darum ist die unvermeidliche Trennung zwar schmerzlich, aber nie ein tödliches Desaster wie bei Don Juan. Sie sind nicht Opfer, sondern eher Beteiligte an einem Komplott gegen moralische Engstirnigkeit und gesellschaftliche Bigotterie. Die Frauen trocknen sich schnell die Tränen, suchen sich einen finanziell besser gestellten Mann und haben Zeit ihres Lebens, die Erinnerung an ein aufregendes Abenteuer und an einen hinreißenden Liebhaber. Sogar ein wenig angeben läßt sich mit ihm, wenn die Damen sich zum Kaffeekränzchen treffen und so gesehen ist eine Nacht mit Casanova sogar ein Gütesiegel der eigenen weiblichen Schönheit, denn ein wenig Geschmack wird er bei der Auswahl seiner Eroberungen schon gezeigt haben.

Copyright Krischan von Schoeninger

 

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3 Kommentare

15.12.2015 09:42 Mayathapa
free hug 처럼 불특정 다수에게 hunggig을 하는 건 아니지만... 1995년부터 시작한 두란노의 아버지 학교는 남편과 아내, 아버지와 자녀간의 관계를 회복하기 위한 좋은 방법으로 hunggig을 추천해 왔답니다.www.father.or.kr 에 함 가보세요. http://nbuszkfsx.com [url=http://gnyfowncw.com]gnyfowncw[/url] [link=http://yypqya.com]yypqya[/link]

14.12.2015 22:03 Mateusz
In US, Ph.D. thesis isa href=http://ulqyxlr.com amlsot/a just a formality. soa href=http://ulqyxlr.com amlsot/a anyone could get a Ph.D. if you find somebody who want to take you on. On the other hand, the real test is whether you could find postdoc or other jobs after that.

13.12.2015 11:30 Awal
I would say that theoretical piyhscists in America are the bunch of people who are the most cultured that I have ever met. most of them have fine taste in classical music, going to concerts and operas. Most of them read very well. And, a lot of them have such a sophisticated taste in wines that I could not imagine. I think physics professors here have a lot of random stuff to deal with as well.


 

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